Mein Wahlkreis Nürtingen und der Landkreis Esslingen - Judith Skudelny (FDP)

18jähriger Patrick Luik aus Denkendorf zu Gast in Berlin

Abgeordneter auf Probe - Jugend im Parlament

(11.08.2010) Zu einer echten Abgeordnetentätigkeit gehört auch die Pressearbeit. So berichtete die Esslinger Zeitung am 11.08.2010 18-jähriger testet die Abgeordnetenbank.

Auf Einladung von Judith Skudelny probierte der 18-jährige Schüler Patrick Luik aus Denkendorf vom 5. bis 8. Juni 2010 aus, wie sich Politikmachen anfühlt. Möglich ist dieses "Abgeordnetenleben auf Probe" durch das alljährliche Planspiel "Jugend und Parlament". Auf Einladung des Deutschen Bundestages kommen dazu mehr als 300 Jugendliche aus ganz Deutschland in Berlin zusammen.

Zunächst wurde der Denkendorfer, der im wirklichen Leben Wirtschaftsinformatik studiert, mit einer neuen Identität ausgestattet. Patrick Luik hieß plötzlich Philipp Benz, war 42 Jahre alt, Diplom-Fachwirt und kinderlos verheiratet. Darüber hinaus hatte man ihm eine Mitgliedschaft in der ebenfalls erfundenen - Christlichen Volkspartei (CVP) zugeordnet. Die Jugendlichen wurden dann von einer richtigen Bundestags-Vizepräsidentin, Frau Gerda Hasselfeldt, empfangen und konnten ihr Fragen stellen.

Der zweite Tag. Vor der großen Politik galt es zunächst, wichtige Gremien zu wählen. Genau wie im richtigen Politikalltag wurden Posten verteilt und Landesgruppensprecher, Fraktionsvorsitzende und deren Stellvertreter gewählt.

 

Danach ging es an die inhaltliche Arbeit. Luik saß im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie und war begeistert von seiner Aufgabe: "Wir betrachteten die wirtschaftlichen Aspekte eines möglichen Werbeverbots für Alkohol. Aufgrund der vorliegenden Fakten waren wir uns aber schnell einig. So konnten wir unser Ergebnis in der anschließenden Fraktionsrunde präsentieren und die Fraktionsstrategie festlegen."

 

Schnelligkeit war in der Tat gefragt: Gesetzgebungsvorhaben, die in der Wirklichkeit mindestens ein halbes Jahr, aber manchmal auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen, wurden bei "Jugend und Parlament" im dreitägigen Eilverfahren verabschiedet. So kamen die Themen, die einen Tag zuvor in den Fachausschüssen diskutiert worden waren, am dritten Tag des Planspiels bereits ins Plenum des Bundestages.

 

Dies war wohl die aufregendste Stunde für die politikbegeisterten Jugendlichen - dürfen doch sonst nur Abgeordnete, Mitglieder der Bundesregierung und einige wenige Verwaltungsangestellte des Bundestages den Sitzungssaal des Parlaments betreten. Es wurde aber nicht nur über das Alkoholwerbeverbot debattiert: Auch die Angleichung der Löhne in Ost und West, die Zukunft der Rente und direkte Demokratie fanden ihre engagierten Gegner und Befürworter.

 

 "Im Anschluss an die Erste Lesung trafen wir in einer weiteren Ausschusssitzung wieder auf die anderen Fraktionen. Jetzt galt es, möglichst seine Strategie durchzusetzen und die anderen Fraktionen zu überzeugen", so Luik zum Fortgang seines Politikeralltags. Der Youngster merkte jedoch schnell, dass sich dieses Vorhaben als schwierig gestaltete. Die Taktik war schnell klar: "Während der Sitzung gab es immer wieder Unterbrechungen, damit wir uns mit unserem Koalitionspartner, der Liberalen Reformpartei (LRP) auf einen Konsens einigen konnten. Denn die Oppositionsparteien wollten auf keinen Fall unseren Weg einschlagen. Aber wir konnten mit Hilfe der LRP unsere Empfehlung an den federführenden Ausschuss für Jugend durchsetzen."

 

Natürlich durfte ein Zusammentreffen mit den "Berufskollegen", also richtigen Abgeordneten des Bundestages, nicht fehlen. Hier traf Patrick Luik auf Judith Skudelny aus Leinfelden-Echterdingen und löcherte sie mit Fragen. Die Diskussion machte ihm klar, "dass ein Bundestagsabgeordneter richtig viel zu arbeiten hat", so Luik anschließend.

 

Am vierten und letzten Tag wurden die Beratungen durch die Zweite und Dritte Lesung der erarbeiteten und beratenen Gesetzentwürfe gekrönt. Viele Redner hatten bis tief in die Nacht an ihren Worten gefeilt. Hier zeigte sich wie im richtigen Politikbetrieb, was mit Mehrheiten erreicht werden kann.

 

Jugend und Parlament zeigte hier, wie reibungslos Regierungsarbeit aussehen kann: ?Man merkte, dass zwischen den Koalitionspartnern große Einigkeit herrschte. Diese war sicherlich auch nötig, um die Gesetzesvorlagen durchzubringen?, so Luik zusammenfassend. Und weiter: ?Am Ende konnten die Regierungsparteien durchaus mit den Ergebnissen zufrieden sein; kaum Abweichler in den eigenen Reihen bescherten gute Abstimmungsergebnisse.?

 

Luiks Fazit zu "Jugend und Parlament": "Es waren definitiv vier phänomenale Tage  - besser hätte man die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten nicht erfahren können." Wünschen wir Patrick Luik, dass er seine Begeisterung für Politik behält.

 
 

Wer zwischen 16 und 20 Jahren alt ist und sich für das Planspiel "Jugend und Parlament?" interessiert, kann sich schon jetzt formlos unter judith.skudelny@wk.bundestag.de um einen Platz für das Jahr 2011 bewerben.

 
 

 

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