Abgeordnete der FDP-Bundestagsfraktion informierten sich über das in Rückbau befindliche Kernkraftwerk in Stade
(12.01.2011) Gemeinsam mit Judith Skudelny besuchten die FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst, Dr. Christel Happach-Kasan und Serkan Tören das in Rückbau befindliche Kernkraftwerk in Stade.
Zunächst informierte der Betriebsleiter des Kernkraftwerks Stade, Michael Bächler, die Abgeordneten über die Rückbauarbeiten. Er verwies auf die schwierige Stimmungslage der Mitarbeiter, bauten sie doch auch ihre eigenen Arbeitsplätze ab. Die Abgeordneten bewerteten positiv, dass E.ON versucht, der zu erwartenden Personalentwicklung u.a. mit speziellen Ruhestandsregelungen und Arbeitsplatzangeboten an anderen Standorten gerecht zu werden.
Nach dem Vortrag zogen die Abgeordneten Schutzkleidung an und es ging durch mehrere Sicherheitsschleusen zur Besichtigung in den Kontrollbereich.

Brunkhorst, Dr. Happach-Kasan, Michael Bächler (Betriebsleiter KKS, Mitte), Skudelny, Dr. Joachim Lang (Leiter E.ON Repräsentanz Berlin) Für die Stilllegung der Kernkradtwerks gelten die gleichen strengen Genehmigungsvoraussetzungen, die auch für den Betrieb gelten. Für die Freigabe von ausgebauten Teilen verlangt die Strahlenschutzverordnung den strikten zweifelsfreien Nachweis, dass eine Kontamination ausgeschlossen ist. Um diesen Nachweis zu erbringen, werden beispielsweise dutzendfach einzelne Dübel aus Wänden gebohrt oder die Farbe vollständig entfernt. Dies ist erforderlich, weil manche radioaktive Strahlung bereits durch eine Farbschicht abgeschirmt wird, sodass der Nachweis durch Messungen an der Oberfläche nicht zweifelfrei erbracht werden könnte.
Um sicher zu gehen, dass ihnen keine radioaktiven Partikel anhaften, werden ausgebaute Teile mit unterschiedlichen Meßverfahren von verschiedenen Personen (Vier-Augen-Prinzip) geprüft. "Es ist schon beeindruckend, welche Sorgfalt und Akribie erforderlich ist, die strikten atomrechtlichen Vorgaben für den Rückbau umzusetzen", zeigten sich die Abgeordneten beeindruckt.
Die Abgeordneten interessierten sich nicht nur für die technische Seite des Rückbaus, sondern auch für soziale Fragen. "So ist es der FDP wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht im Regen stehen gelassen werden", so Skudelny. "Ich weiß, dass die Mitarbeiter in den Kernkraftwerken ihre Arbeit sehr gewissenhaft verrichten." Es sei auch aus Sicherheitsgründen sinnvoll, nach dem Abschalten der Kernkraftwerks möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, um die Kenntnisse der Betriebsmannschaft über die konkreten Anlagen für deren Rückbau zu nutzen.
Voraussichtlich Ende 2015 soll der Abriss des Kraftwerks bis zur "Grünen Wiese" beendet sein und die Fläche wird der Natur zurückgegeben.






