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Behinderte Schüler an Regelschulen – Nachholbedarf in Leinfelden-Echterdingen

FDP-Kreisrat Wolfgang Haug befragt Kreisverwaltung

(20.12.2011) Entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention hat auch der Landkreis Esslingen mit der Inklusion begonnen, also der Eingliederung von Kindern mit unterschiedlichen Handicaps in Regelschulen und -einrichtungen. Für FDP-Kreisrat Wolfgang Haug war das Anlass, die Kreisverwaltung im Rahmen der Haushaltsberatungen darauf anzusprechen, wie es aktuell um die gesellschaftliche Teilhabe von behinderten Schülern und ihre Ausbildung an ganz normalen Schulen bestellt ist.

Die Antwort war mehr als ernüchternd. LE selbst und der nähere Umkreis bilden einen einzigen weißen Fleck. Zwar werden über einen Zeitraum von zwei Jahren inzwischen Umsetzungsmöglichkeiten in fünf Modellregionen landesweit erprobt  -  nur gehört der gesamte Landkreis Esslingen nicht dazu.

Allerdings bietet er das Modell der Außenklasse an, um zum Besuch der Sonderschule eine Alternative aufzuzeigen und Wahlfreiheit zu gewährleisten. Daneben bestehen Kooperationen mit Schulklassen des allgemeinen und beruflichen Schulsektors. Bestes Beispiel: ein gemeinsames Theaterprojekt von Bodelschwinghschule und Albert-Schäffler-Schule.

 

Dieses Konzept der Außenklassen hat sich als inklusive Maßnahme mittlerweile etabliert und wird an 14 Standorten praktiziert, in Esslingen, Nürtingen und Kirchheim. Aber eben nicht auf den Fildern. Dabei werden diese Klassen nicht als geschlossener Klassenverband geführt. Vielmehr werden die Kinder und Jugendlichen in Regelklassen unterrichtet, jedoch durch Einzel- oder Gruppenbetreuung - je nach Bedarf - individuell gefördert. Nach den Erfahrungen von Haug sind das geeignete Schritte, denn in der Regel lernen Kinder mehr, wenn sie Teil von ganz gewöhnlichen Klassengemeinschaften sind. Daher lohnt auch der Mehraufwand für die zusätzliche Beförderung. Er machte im Schuljahr 2009/2010 nur 9 Prozent der Gesamtkosten für die Fahrten der Schüler zu Sonderschulen aus.

 

Alles in allem aber erweist sich die Inklusion nach den Worten von Haug eher als ein "großer, schwerer Dampfer", der nur schwierig zu steuern ist. Daher schlägt er vor, die Fortschritte bei der Integration behinderter Schüler nicht nur in einem Fortschrittsbericht alle zwei Jahre zu dokumentieren, sondern auch einen Preis für Schulen mit vorbildlichen Inklusionskonzepten auszuloten. Eine weitere Maßnahme wäre in seinen Augen die Ernennung eines Inklusionsbeauftragten, um die Entwicklung auf breitere Grundlagen zu stellen. Schließlich sei die Inklusion eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" und liege nicht nur in der Verantwortung der Staatlichen Schulämter.

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