Filderschlichtung: Liberale werfen Grünen Doppelzüngigkeit vor
(07.12.2010) Das Verhalten der Grünen entpuppt sich immer mehr als reiner Populismus. Einerseits werfen die Grünen der CDU im Zusammenhang mit der S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen eine widersprüchliche Argumentation vor. Andererseits fordern sie nun eine gesonderte Trasse entlang der Autobahn. "Wäre eine solche Trasse nur ansatzweise wirtschaftlich, wäre sie Bestandteil von K 21 gewesen. Das war sie aber nicht. Wohlwissend, dass eine solche Trasse auch im Falle einer Regierungsbeteiligung der Grünen niemals realisiert werden würde, ist eine solche Forderung schlicht unredlich", so der FDP-Ortsvorsitzende Axel Dörr."Weder die Forderung nach einer solchen Trasse durch die Grünen noch das kühne Wunschdenken der CDU, es würde durch Geißlers Schlichterspruch gar keinen Regional- und Fernverkehr mehr durch Leinfelden-Echterdingen geben, bringt uns weiter. Die Anwohner der jetzigen S-Bahn-Strecke haben es nicht verdient, mit solchen Träumereien geblendet zu werden", konstatiert Dörr. Er fordert alle Parteien im Leinfelden-Echterdinger Gemeinderat dazu auf, bei der Suche nach Argumenten zu helfen, damit die jetzige S-Bahn-Strecke im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens als Neubaustrecke deklariert wird. "Bei einer stark veränderten Nutzung einer bestehenden Strecke ist es möglich, dass die Strecke vom Lärmschutz her wie ein Neubauvorhaben behandelt wird", so die FDP-Gemeinderätin Skudelny, die deswegen bereits in der letzen Woche in Berlin Gespräche mit den Lärmexperten der Deutschen Bahn geführt hat.
Die Unterschiede wären gravierend. Bei Neubaustrecken müssen gemäß Verkehrslärmschutzverordnung nachts 49 dB(A) eingehalten werden. "In diesem Fall würde es eine deutliche Verbesserung des Lärmschutzes in Leinfelden-Echterdingen geben", so Skudelny. Bei Bestandstrecken hingegen wird eine Lärmsanierung erst ausgelöst, wenn in der Nacht dauerhaft 60 dB(A) überschritten werden. "Dies ist nach bisherigen Messungen in Leinfelden-Echterdingen nicht der Fall. Und würde wohl auch nicht der Fall sein, wenn Fernverkehr auf der jetzigen S-Bahn-Trasse fährt", erläutert Skudelny.
Ausdrücklich lobte der FDP-Ortsvorsitzende Axel Dörr das bisherige Vorgehen von Oberbürgermeister Klenk: "Es war gut, Bahnchef Grube nach Leinfelden-Echterdingen zu holen. Wir begrüßen es auch, dass er noch einmal kommt. Beim nächsten Mal darf es aber nicht wieder eine Beschwichtigungsrunde geben. Wir erwarten am 27. Dezember einen ernst gemeinten Dialog und konkrete Antworten zum Lärm- und Erschütterungsschutz. Auch der FDP wäre es am liebsten, wenn es keinen Fernverkehr durch Leinfelden-Echterdingen geben würde. Ob es so kommt, muss uns Dr. Grube verbindlich sagen." Und zur geforderten "Filderschlichtung" bemerkt Dörr: "Nutzen wir erst einmal die Möglichkeiten des Dialogs mit Bahnchef Dr. Grube. Erst wenn klar ist, was auf uns zukommt, können wir über eine Schlichtung reden".
Hier finden Sie die Pressemitteilung als pdf.
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