High-Tech-T-Shirt mit Arztqualitäten made in Baden-Württemberg
Unternehmen aus dem Landkreis Sigmaringen erhalten für ihre Entwicklung Fördermittel aus dem Bundesforschungsministerium
(17.11.2010) Die CoSi Elektronik GmbH in Sigmaringen und die Josef Kanz GmbH & Co. KG aus Neufra erhalten Fördermittel aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Dies teilte Forschungsministerin Schavan der FDP-Betreuungsabgeordneten für den Wahlkreis Sigmaringen-Zollernalb Judith Skudelny heute mit.
Beide Unternehmen sind Projektpartner des Projekts „Textilintegrierte Erfassung, Auswertung und Übertragung von Vital- und Aktivitätsparametern für Health Care und altersgerechte Unterstützung (TexVital). Bei diesem Zungenbrecher geht es um die Entwicklung intelligenter Kleidungsstücke mit integrierten Sensoren und Datenleitsystem. Geplant ist z.B. die Entwicklung eines neuartigen Multifunktions-Shirts, das die kontinuierliche Kontrolle gesundheitsrelevanter Parameter erlaubt, ohne die Bewegungsfreiheit des Trägers einzuschränken „Damit entwickeln Baden-Württemberger Unternehmen quasi den im T-Shirt eingebauten Arzt“, übersetzt die FDP-Politikerin Skudelny. Die Gesundheitsüberwachung wird durch winzige und extrem leichte Sensoren möglich, mit denen verschiedene Daten wie Blutdruck oder Atemfrequenz erfasst und an eine externe Kontrollstation übermittelt werden können. Alle funktionellen Komponenten wie die Sensorik oder Energieversorgung werden entweder nahtlos in den Stoff eingearbeitet oder selbst auf textiler Grundlage hergestellt. „Gerade für Menschen mit schweren chronischen Krankheiten und für Pflegebedürftige kann eine solche Fernüberwachung von Vitalparametern sehr sinnvoll sein“, so Skudelny. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen aber auch Anwendungen für Sport und Freizeit erprobt werden.
Die Förderung findet im Rahmen des 2007 ausgeschriebenen Spitzencluster-Wettbewerbs „Mehr Innovation. Mehr Wachstum. Mehr Beschäftigung“ statt. Dieser Wettbewerb unterstützt leistungsfähige Netzwerke aus Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren kompetenten Partnern einer Region. Ziel ist, eine internationale Spitzenstellung zu erobern oder zu behaupten. Das Vorhaben TexVital ist Bestandteil einer umfassenden Strategie des baden-württembergischen Spitzenclusters MicroTEC Südwest, der insgesamt mit 40 Millionen Euro gefördert wird.
Skudelny zeigte sich erfreut, dass auch mittelständische Unternehmen aus dem Landkreis Sigmaringen in den Genuss der Förderung kommen: „Dies zeigt, dass es zwischen ländlicher Region und Hightech-Forschung auf Weltniveau gar keinen Widerspruch gibt, sondern in Baden-Württemberg eine Selbstverständlichkeit ist.“
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