Briefe an die Bürger - Judith Skudelny (FDP)

Informationsschreiben zu vermeintlichen Schadstoffbelastungen in Kindertagesstätten


(c) DBT/ Simone M. Neumann
(28.09.2011) Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat vor vermeintlich überdurchschnittlich hohen Schadstoffbelastungen durch Weichmacher in Kindertagesstätten gewarnt.

Die potenzielle Gesundheitsgefahr von Weichmachern ist seit längerer Zeit bekannt. Das Umweltbundesamt hat sich bereits im Jahr 2003 im Rahmen des Kinder-Umwelt-Survey mit der Problematik von Weichmachern in der Nähe von Kindern beschäftigt und forscht bis heute an den gesundheitlichen Risiken.

Die gesundheitliche Bedeutung von den verschiedenen Weichmachern ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Nicht alle Weichmachertypen sind potenziell gesundheitsschädlich und ein Gesundheitsrisiko für den Menschen besteht nur in wenigen Anwendungsbereichen wie beispielsweise bei Babyartikeln oder Kinderspielzeug. Für diese Bereiche hat die EU-Kommission vorsorglich ein Anwendungsverbot erlassen. Eine Gesundheitsgefährdung ausgehend von Weichmachern im Hausstaub konnte hingegen noch nicht abschließend aufgezeigt werden und wird weiterhin erforscht. Tierversuche haben bei vorwiegend für die vor dem Jahr 2000 eingesetzten Weichmacher gezeigt, dass sich diese negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken, oder das ungeborene Kind im Mutterleib schädigen können. Für die heute am häufigsten verwendeten Weichmacher (DINP + DINP) bestehen für Kinderprodukte bereits seit dem Jahr 2003 vorsorglich europaweite Verwendungsverbote. Die europaweiten Verwendungsbeschränkungen unterliegen zudem einer stetigen Kontrolle und Erweiterung und die zuständigen Behörden und eine Reihe weiterer internationaler Initiativen erarbeiten seit einiger Zeit ein umfängliches Zulassungsverfahren.

 

Die Warnung des BUND hingegen stützt sich auf Daten, welche keinem fachlich anerkannten Messverfahren entstammen. Die vom BUND geführte Studie beruht auf der Weichmacherkonzentration in von Eltern und Erziehern freiwillig eingeschickten Staubsaugerbeuteln. Um die Gefährdungslage der hieraus ermittelten Werte beurteilen zu können, haben die Analytiker des BUND die Werte mit einer Studie des Umweltbundesamtes verglichen. Dieser Vergleich aufgrund der starken Unterschiede zwischen den beiden Messverfahren nicht möglich und ungeeignet die tatsächliche Weichmacherkonzentration im Hausstaub der Kindertagesstätten zu bestimmen.

 

Weichmacher dünsten aus Produkten aus, werden ausgewaschen oder durch Abrieb verteilt und durch den Menschen über die Nahrung, die Atmung und die Haut aufgenommen. Sie sind in vielen Produkten, hauptsächlich in Weich-PVC enthalten und verleihen vielen Kunststoffen ihre elastischen Eigenschaften.

 

Verbraucher wird bis zur zweifelsfreien Klärung der potenziellen Wirkungen von Weichmachern ein zurückhaltender Umgang im direkten Umfeld von Kindern empfohlen. Für viele Produkte gibt es weichmacherfreie Produktalternativen. Zu erkennen sind viele weichmacherhaltige Produkte anhand einer entsprechenden Kennzeichnung wie:

"PET / 1", "HDPE / 2" ,"PVC / 3", "LDPE / 4", "PP / 5" und "PS / 6". Bei fehlender Kennzeichnung hilft die Nachfrage im Handel oder beim Hersteller.

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