Im Fokus: Stuttgart 21 - Judith Skudelny (FDP)

Judith Skudelny am 12.10. auf dem Schillerplatz in Nürtingen

(14.10.2010) Am Dienstag, den 12. Oktober,  folgten die beiden Bundestagsabgeordneten Judith Skudelny (FDP) und Michael Hennrich (CDU) der Einladung von Sebastian Kurz und sprachen bei der wöchentlichen Demo für Stuttgart 21 auf dem Schillerplatz vor 130 Menschen über das Bahnprojekt. 

Die Nürtinger FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny stellte sich hinter Stuttgart 21: "Die Autobahnen und Bundesstraßen um Stuttgart sind seit Jahren überfüllt, der Stuttgarter Flughafen zu Spitzenzeiten an Kapazitätsgrenzen. Eine zweite Start- und Landebahn ist keine Option, aber irgendeine Verbesserung der verkehlrichen Anbindung der Region brauchen wir." Skudelny begründet die Notwendigkeit von Stuttgart 21 mit einer "herausragenden Bedeutung für das gnaze Land". So sei Baden-Württemberg als eine der wirtschaftstärksten Regionen Deutschlands und Europas durch seine zentrale Lage und Exportstärke in besonderem Maße auf schnelle und leistungsfähige Verkehrswege angewiesen.

Die Einwände mancher Gegner kann Skudelny jedoch nachvollziehen. "Gerade direkt Betroffene kann ich gut verstehen. Es gibt Bedenken bei der Taktung des öffentlichen Nahverkehrs, beim Lärm, Einschränkungen während der Bauphase. Hier muss ein offener Dialog über Verbesserungen geführt werden", sagt Skudelny. "Nicht verstehen kann ich die grundsätzlichen Bedenken. Diese kommen einfach ein paar Jahre zu spät."

Der Abgeordnete Michael Hennrich zeigte sich dabei enttäuscht über das Verhalten der Grünen. "Ich hätte nie gedacht, ein derartiges Ökologieprojekt gegenüber einer Partei, die sich den Umweltschutz auf die Fahne geschrieben hat, verteidigen zu müssen", so Hennrich, der anhand einer Studie der Universität Stuttgart aufzeigte, welche ökologischen Vorteile Stuttgart 21 mit sich bringen wird: "Durch die Verbesserung des Regionalverkehrs können 350 Millionen PKW-Kilometer pro Jahr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Das führt Pro Stuttgart 21 Kundgebung auf dem <br />Schillerplatz in Nürtingen
Pro Stuttgart 21 Kundgebung auf dem
Schillerplatz in Nürtingen
zu einer Einsparung von etwa 70.000t Kohlendioxid pro Jahr."

 
 Völlig unglaubwürdig sei die Wende der SPD bei Stuttgart 21. Hennrich dazu: "Ein Baustopp bedeutet in Wahrheit den Abbruch der Bauarbeiten." Eine Volksabstimmung hätte zur Folge, dass die Vertragspartner aussteigen und die finanziellen Mittel aus Baden-Württemberg abgezogen würden. Stuttgart 21 sei über 15 Jahre mit Unterstützung der SPD vorbereitet und geplant worden. "Es darf nicht sein, dass unser Wirtschaftsstandort aufgrund einer nahenden Landtagswahl nachhaltig gefährdet und unser Land um Jahrzehnte zurückgeworfen wird. Außerdem würden neue Planungen das Vorhaben weitere zehn bis fünfzehn Jahre verzögern. Ob dann jedoch noch die fünf Milliarden Euro vom Bund zur Verfügung stehen, kann heute keiner sagen." Bundestagsabgeordnete aus anderen Bundesländern stünden auf jeden Fall schon bereit, um das frei werdende Geld aus Stuttgart in ihre Infrastruktur zu investieren.

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