Aktuelles Gemeinderat - Judith Skudelny (FDP)

Schulkindbetreuung in Leinfelden Echterdingen mit Augenmaß

(08.06.2011) Die Kinderbetreuung in Leinfelden-Echterdingen ist  - im westdeutschen Vergleich - vorbildlich. Das hat sich die Stadt in der Vergangenheit einiges kosten lassen.

Nachdem in den letzten Jahren die Kleinkindbetreuung aufgrund steigender Nachfrage ausgebaut und die Kindergartenbetreuung ausgeweitet wurde, ist nun die Ganztagesbetreuung der Grundschulkinder in der Diskussion. Zu Recht: Denn der Bedarf an Betreuung fängt zwar bei den Kleinkindern an, hört aber im Schulalter nicht auf.

Die FDP in Leinfelden-Echterdingen fordert nun ein umfassendes Konzept überinhaltliche Fragen und Finanzierung der Schulkindbetreuung.

Es ist bekannt, dass immer mehr Eltern eine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Der Bedarf steigt sogar deutlich. Zum Teil brauchen müssen sie diese Versorgung, um ihr Leben zu finanzieren. Zum Teil wünschen sie die Betreuung, weil sie - neben der Familie - ein Standbein im Beruf behalten wollen. Die Eltern hierbei zu unterstützen ist eine der Kernaufgaben der Politik. Dabei spielt vor allem die Planbarkeit eine zentrale Rolle. Bislang konnten wir in LE alle Bedürfnisse erfüllen. Ob das aufgrund der steigenden Zahl der Familien mit Kindern so bleiben kann, ist unsicher. Daher brauchen wir Zahlen und Konzepte, die wir prüfen können. Ohne Kenntnis der Kosten können wir keine Prioritäten setzen.

 

Über Prioritäten zu reden wird jedoch in Zeiten knapper Stadtkassen immer zwingender. Wenn wir weiterhin eine umfassende Kinderbetreuung bieten wollen, werden alle Parteien in ihren Projekten Federn lassen müssen. Wie viel in anderen Bereichen eingespart werden muss, kann aber erst nach Vorliegen eines Konzepts und einer Entwicklungsvorschau abgeschätzt werden: Wie rasant entwickelt sich die Nachfrage der Schulkindbetreuung? Wie wirkt sich eine Ganztagesschule in Echterdingen aus? Brauchen wir Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten? Brauchen wir die Aufhebung der Schulbezirke? Brauchen wir einen Ausbau der Tagespflege bis 14 Jahren, wie andere Städte sie bereits praktizieren? Und was kosten die einzelnen Varianten? Wie viel der Kosten können die Eltern tragen?

Bislang mussten wir immer über einzelne Punkt mit hohem Zeitdruck entscheiden. In der letzten VKS-Sitzung (Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss des Gemeinderates in Leinfelden-Echterdingen)  wurde nun wieder eine Übergangslösung für die Schulkindbetreuung mittels Container an der Goldwiesenschule präsentiert. Wohin der Übergang führen soll, war aber nicht klar. Auch nicht, wie lange die Container stehen sollen.

Die FDP fordert daher ein umfassendes Konzept über inhaltliche Fragen und Finanzierung. Diese Diskussion wird sicher nicht einfach. Vom Spielkartenmuseum über das Stadtmarketing bis hin zu den dezentralen Bibliotheken für Kinder und einer hervorragenden Seniorenarbeit - Leinfelden-Echterdingen leistet sich viel. Und wenn wir die Kinderbetreuung für alle wollen, werden wir auch beim Sparen  - selbst wenn es schmerzlich ist - nicht Halt machen können. Wohin uns der Weg führt, ist heute nicht absehbar. Planlos im Nebel zu laufen, hilft aber nicht. Im Zweifel läuft man so gegen eine Wand.

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