Skudelny und Otte fühlen den Lärmexperten der Deutschen Bahn auf den Zahn
Stuttgart 21 und Auswirkungen auf L-E:Wie laut wird der Zugverkehr durch Leinfelden-Echterdingen? Welche Lärmschutzmöglichkeiten gibt es für die 38.000-Einwohner-Stadt? Diese und andere Fragen diskutierten Judith Skudelny, Gemeinderätin von Leinfelden-Echterdingen und der Erste Bürgermeister von L.-E., Frank Otte am 1. Dezember 2010 beim Besuch im Umweltzentrum der Deutschen Bahn in Berlin.
Skudelny, die für die FDP-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestages sitzt und dort für Umweltfragen und Lärmschutz zuständig ist, war daran interessiert, welche Auswirkungen Stuttgart 21 auf die Region hatte.
Das Umweltzentrum der Deutschen Bahn führt ein Lärmkataster für alle Bahnstrecken in Deutschland und kann Häuser- und Stockwerkgenau die zukünftig auf Bewohner zukommenden Lärmbelastungen ausrechnen. Dazu wird in einem aufwändigen Computerverfahren ein sog. Landschaftsmodell der betreffenden Strecke angefertigt. Allerdings sind solche Lärmaussagen dann nicht verbindlich, weil sie noch nicht im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erhoben bzw. eingebracht werden. Erst das Planfeststellungsverfahren zeigt genau, was auf die Bewohner zukommt.
Im Fall von Leinfelden-Echterdingen wird Stuttgart 21 dazu führen, dass mehr Zugverbindungen und neben der S-Bahn nun auch Regionalzüge und ICEs durch L-E fahren. Zwar werden die erforderlichen Baumaßnahmen nicht so umfangreich und die Lärmwerte wohl nicht in solchem Umfang erhöht sein, dass die nächtlichen Lärmgrenzwerte von 60 dB/A überschritten werden. Damit wird eine Lärmsanierung seitens der Deutschen Bahn wohl nicht durchsetzbar.
Allerdings könnte L-E trotzdem gute Chancen auf Lärmschutz haben: Dadurch, dass die Zugfrequenz erheblich gesteigert werden soll, könnte diese Umnutzung rechtlich als Neubau einer Strecke gewertet werden. Die Folge wäre, dass die wesentlich niedrigere Lärmgrenzwerte für Neubaustrecken von 49 dB/A nachts einzuhalten sind und andernfalls für Lärmschutz gesorgt werden muss. Die Deklarierung einer umgenutzten Strecke als Neubaustrecke ist allerdings nicht die Regel. Damit es im Fall von Leinfelden-Echterdingen wirklich dazu kommt, sind von den Betroffenen gute Argumente auf den Tisch zu legen.
Judith Skudelny ruft die Betroffenen daher dazu auf, aktiv mitzuhelfen, damit kein Argument ungenutzt bleibt. Außerdem kündigte sie an, mit den Lärmexperten der Deutschen Bahn in Sachen L-E weiter in Kontakt zu bleiben.






