Aktuelles Gemeinderat - Judith Skudelny (FDP)

Teilhabe statt Ausgrenzung: Cap-Markt in Leinfelden-Echterdingen als Vorbild

Behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion besucht Leinfelden-Echterdingen

(Leinfelden-Echterdingen, 11.02.2011) "Leinfelden-Echterdingen ist bei der Förderung des Cap-Markt-Modells vorbildlich", lobte Gabriele Molitor, die behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag. Gemeint ist die Anschubfinanzierung aus kommunalen Mitteln des Cap-Supermarktes in Stetten, den Molitor auf Einladung der FDP-Bundestagsabgeordneten Judith Skudelny aus Leinfelden-Echterdingen am 3. Februar besuchte.

Geschäftsführer Klaus Korschinek und die Marktleiterin Ziegler führten die beiden FDP-Politikerinnen sowie FDP-Gemeinderat Wolfgang Haug und den FDP-Landtagskandidaten Hosam el Miniawy durch den Cap-Markt. Der Cap-Markt wird von Menschen mit Behinderung betrieben und ist im Ortskern von Stetten ein wichtiger Nahversorger für Lebensmittel. Geschäftsführer Klaus Korschinek wies mit Stolz darauf hin, dass der Betrieb über ein Sortiment von über 4000 Artikeln verfüge und viele Bio-Produkte aus der Region anbiete.

Beim anschließenden Gespräch im Cap-Markt und auf der abendlichen Diskussionsveranstaltung der FDP-Leinfelden-Echterdingen ging es insbesondere um den Begriff der Inklusion. Inklusion bedeutet Teilhabe statt Ausgrenzung und soll die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen maßgeblich verbessern. Molitor betonte, dass diese Teilhabe schon sehr früh einsetzen muss. Denn für die Entwicklung von Kindern sei die Frühförderung bereits im Kindergarten wichtig. Je früher behinderte Kinder wirklich integriert werden, desto günstiger wirkt sich das auf die Chancen im späteren Leben aus. Gerade Behinderte müssten gefordert und nicht nur gehegt werden, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Anders als in der Schule ist im Kindergarten ein Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung schon heute eher selbstverständlich. Das müsse auch auf die Schule übertragen werden, wie es die UN-Behindertenrechtskonvention ohnehin verlangt. Angesichts des breiten Spektrums an Beeinträchtigungen sei der Besuch einer Regelschule allerdings nicht für alle Kinder empfehlenswert. "Bei der Entscheidung komme es", so Molitor, "einzig und allein auf das Wohl des Kindes an". Nicht der Mensch mit Behinderungen habe sich anzupassen, vielmehr müsse die Gesellschaft ein gemeinsames Leben ermöglichen.

Stadtrat Wolfgang Haug, der sich seit Jahren für das Thema Inklusion engagiert, verwies darauf, dass für die praktizierte Inklusion ein neues Verständnis des Miteinanders erforderlich sei. Zudem müssten auch in Zeiten leerer Kassen Gelder für dieses "zentrale Thema unserer Gesellschaft" bereitgestellt werden. Die erforderlichen Budgets könnten zu einem großen Teil aus den drastischen Einsparungen bei den Fahrtkosten zu den Förderschulen finanziert werden.

Eine weitere Forderung der FDP-Vertreter zur Inklusion lautet, die Gemeinsamkeiten nicht mit dem Schulabschluss enden zu lassen. In der Berufswelt sei ein deutlicher Rückschritt in den letzten Jahren zu beobachten: Während früher wesentlich mehr Behinderte regulär beschäftigt worden waren, würden die Unternehmen es heute vorziehen, eine Ausgleichsabgabe zu zahlen, um keine Behinderte in ihrem Betrieb beschäftigen zu müssen. Molitor rät daher, die Förderung von Initiativen à la Cap-Markt vor Ort mit allem Nachdruck einzufordern und auf ihre Umsetzung zu drängen.

Zurück zur Übersicht | zum Seitenanfang

Portal Liberal | FDP-Bundespartei | FDP-Bundestagsfraktion | my.fdp | Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit